Eine schöne Geschichte...

Die Zusammenkunft



Das Leben sagt:
"Ich bringe Freude und Kraft. Meinen Weg bahne ich mir auf unglaubliche Weise. 
Keiner hält mich auf - nur manchmal kann man mich eindämmen. 
Lange lasse ich mir das jedoch nicht gefallen.
Die meisten Menschen wissen um das Geschenk, das ich ihnen bringe, spüren, dass es etwas Einmaliges ist.
Dennoch würdigen sie es nicht wirklich, weil sie große Angst haben, es zu verlieren.
Es gibt einige Menschen, die begriffen haben, daß man mein Geschenk bereitwilliger wieder hergibt, wenn man es gewürdigt und vor allem würdig genutzt hat."

Der Tod sagt: 
"Ich bringe Schmerz aber auch Erlösung. 
Mich kann keiner aufhalten, selbst die modernste Medizin und die besten Ärzte nicht, auch der tiefste Glaube kann mich nicht von meinem Weg abbringen.
Wer dies begreift und sich in sein Schicksal dreinfindet,
lässt das Geschenk des Lebens leichter los.
Ich selbst verspüre Mitleid mit den Menschen, die zurückbleiben.
Aber sie werde ich auch noch nach Hause geleiten, wenn es an der Zeit ist.
Drei meiner Wegbereiter sind Krankheit, Sucht und Selbstmordgedanken, es sind nicht gerade meine besten Freunde, aber durch sie werde ich notwendig.
Das ist der Lauf der Dinge."

Die Liebe sagt:
"Ich bringe Freude. Ich bringe Schmerz. Manchmal werde ich ein ganzes Menschenleben gelebt, manchmal werde ich ein ganzes Menschenleben nicht gefunden. 
Ich bin unberechenbar und erlösche in manch einem Herzen 
ebenso schnell, wie ich entfacht wurde. 
Manche Herzen hüten mich wie einen Schatz, verraten aber keiner Menschenseele auch nur ein Sterbenswörtchen und gehen langsam zugrunde. 
Ich trachte nicht danach, in die Öffentlichkeit gezerrt zu werden, ich werde im Verborgenen gefunden, manchmal laut und manchmal leise. 
Ich kann mich einem Menschen zu Füßen legen, einem anderen vor der Nase herumtanzen, manchmal werde ich entdeckt - manchmal nicht, das kümmert mich wenig. Was die Menschen aus mir machen, kann ich nicht beeinflussen. 
Ich blühe auf, wenn ich in einem Herzen Wurzeln gefasst habe und sprießen kann. 
Ich schlage Brücken und zaubere ein Lächeln auf die Gesichter jener, die mich in sich tragen und jener, die mich von außen erkennen."

Das Leben, der Tod und die Liebe trafen zusammen.

Jeder in seiner eigenen Weise,
das Leben neugierig und beschwingt,
der Tod ruhig und würdevoll,
die Liebe schwebend, kaum den Boden berührend.


Sie redeten darüber, wer für die Menschen am wichtigsten ist.
Das Leben fand, der Tod sei garnicht wichtig. 
 Doch er widersprach: "Ohne mich kann keiner lernen, sein Leben loszulassen. Die Menschen werden immer älter und können nach und nach nichts mehr tun. Sie zerfallen. Ich kann sie erlösen."
Das Leben antwortete: "Du hast Recht. Wenn der Tod nicht wichtig ist, dann bin ich auch nicht wichtig, denn nur durch die Endlichkeit des Todes können die Menschen begreifen, daß sie das durch meine Hand empfangene Geschenk auch nutzen müssen, solange sie es eben haben."
"Was habe ich mit dem Leben und dem Tod zu tun?" warf da die Liebe ein. 
"Ich allein mache das Leben lebenswert und ohne mich ist der Tod trostlos."


 Der Tod und das Leben sahen sich an und schwiegen einen Augenblick.
Schließlich sagte das Leben:

"Liebe - du hast recht. Ohne dich entstehe ich nicht und wer dich im im Leben findet und erfährt, der führt ein glückliches Leben und weiß es zu schätzen und zu nutzen."

Der Tod nickte nachdenklich:

"Menschen, die in ihrem Leben viel Liebe gaben und bekamen sind bereitwilliger sich zu lösen, wenn ich sie aufsuche und sie bitte, mit mir zu gehen. 
Sie glauben daran, daß die Liebe niemals stirbt."

 "Sie glauben nicht, sie wissen es!", flüsterte da die Liebe.

Diesen Text habe ich vor längerer Zeit "in die Hände bekommen". Und ich finde, er ist unglaublich berührend. Und in gewisser Weise tröstlich - denn
"die Liebe aber bleibt ..."



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